Gemüse

Kartoffel

Kartoffel, Erdapfel

Der Name
Während das Wurzelgemüse im deutschen Sprachraum vorwiegend Kartoffel heißt, wird sie in vielen gebieten Österreichs auch Erdapfel genannt. Daneben hat sich natürlich auch eine Vielzahl von Dialektnamen wie z.B. Krumpeln in der Steiermark.

Heimat Lateinamerika
Wahrscheinlich war es Sir Francis Drake, der aus Peru die erste Kartoffel mitbrachte und sie 1586 Königin Elisabeth I. zu Füßen legte. Die unscheinbare Knolle fand wenig Beachtung, eher das üppige Laub und ihre hübschen Blüten, sodass sie bald zu einer viel bestaunten Seltenheit in botanischen Gärten wurde. Den Wert der Kartoffel als Grundnahrungsmittel erkannte man erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Von da an stieg in Europa die Erntemenge der Kartoffel steil an, bis sie nach dem 2. Weltkrieg ihren Höhepunkt erreicht hatte. In den letzten Jahrzehnten ist sie wieder rückläufig. Heute liegt der durchschnittliche mitteleuropäische Verbrauch bei rund 60 Kilogramm pro Kopf und Jahr, nur in Italien isst man weit weniger Kartoffeln.

Strenge Auslese
Frühkartoffeln werden Anfang März vorgekeimt in den Boden gelegt und zur Reifeverfrühung teilweise auch mit Folien und Vlies abgedeckt. Dadurch gibt es bereits ab Anfang Juni Frühkartoffeln, sprich "Heurige" österreichischer Herkunft. Sie gelten als besondere Delikatesse und werden häufig nur gebürstet samt der Schale verspeist. Sehr frühe Sorten eignen sich im allgemeinen nicht zum Einkellern, da sie ihre guten Speiseeigenschaften schnell verlieren, sehr früh keimen und welken. Mittelfrühe Sorten werden ab Ende August geerntet und lösen die Frühkartoffeln am Markt ab. Für die Einkellerung sind sie geeignet. Mittelspäte bis sehr späte Sorten haben stark an Bedeutung verloren, eignen sich aber hervorragend zum Einkellern.

Derzeit sind in Österreich rund 50 Sorten zugelassen. Sortenmischungen sind nicht erlaubt. Bei den Kochtypen unterscheidet man festkochende (Speckige), vorwiegend festkochend oder mehlige (Runde). Diese Einteilung ist wichtig, um die richtigen Kartoffeln für bestimmte Gerichte auszuwählen. Für Petersilie-, Salz- und Bratkartoffeln sowie Salat eignen sich festkochende Sorten, während für Püree, Gratines, Puffer, Knödel und Teig mehlig kochende Sorten viel besser geeignet sind. Sie sind im Supermarktsortiment leider immer seltener zu finden. Die Kocheigenschaft der vorwiegend festkochenden Erdäpfel, die am vielseitigsten zu verwenden sind, liegen zwischen diesen beiden Sorten.

Quelle: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft,
Umwelt und Wasserwirtschaft

Ein Kartoffelrezept

Erdäpfel-Vogerl-Salat mit Kernöl

(Zutaten für 4 Personen)

  • 1/2 kg speckige Erdäpfel
  • 20 dag Vogerlsalat
  • 1 rote Zwiebel
  • Rindsuppe (eventuell Würfel)
  • Essig, Kernöl
  • Salz, Pfeffer
  1. Erdäpfel waschen und in leicht gesalzenem Wasser bissfest kochen. Vogerlsalat putzen, waschen, Wurzeln und grobe Stiele entfernen. Salat gut abtropfen lassen (eventuell auf ein sauberes Tuch legen). Zwiebel schälen und fein hacken.
  2. Erdäpfel schälen und in nicht zu dünne Scheiben schneiden. Ein wenig Rindsuppe erhitzen, mit Salz, Pfeffer und einem Spritzer Essig abschmecken und noch warm über die Erdäpfel gießen. Salat gut vermischen und ein wenig stehen lassen. Erdäpfelsalat mit ein wenig Kernöl, gehackten Zwiebeln und Vogerlsalat vermengen.
*ggg* Guten Appetit!

Weiterführende Links

  • www.brathskartoffel.de
    In langer Forschungsarbeit ist es uns gelungen, den Lebenslauf von Henriette Josefa Braths zu rekonstruieren, die das Rezept der von ihr zunächst so genannten Röstkartoffeln 1907 im Wiener "Journal für die gebildeten Stände" veröffentlicht hat. Die Zeitung nannte das Gericht damals wohlgefällig "Brathskartoffeln" - daraus hat sich dann die Bratkartoffel entwickelt ...
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